#15Wochenbriefing29. Juli 2026
PadelCompass Newsroom

Padel wird zugänglicher und alltagstauglicher.

Inklusion wird auf dem Court konkret. Deutschlands Halleninfrastruktur wächst. Und für Dein Spiel zählen diese Woche Schutz, Geduld und bessere Entscheidungen.

10 Min. Lesezeit · Redaktion PadelCompass
1.175
Indoor-Courts in Deutschland
10,3 %
meldeten eine Augenverletzung
583
aktive Spieler in der Studie
darf der Ball im Rollstuhl-Padel aufspringen
Intro

Diese Ausgabe beginnt bewusst nicht mit einem Finalscore. Für den Clubsport ist mindestens genauso wichtig, dass Padel breiter, zugänglicher und alltagstauglicher wird. In Willich zeigt ein Rollstuhl-Padel-Projekt, wie Inklusion auf dem Court praktisch aussehen kann.

Gleichzeitig zeigen die PadelCompass-Daten: Deutschland ist mit 619 Anlagen und 2.008 Courts, davon 1.175 Indoor-Courts, längst kein reines Sommer-Experiment mehr. Für Dich bedeutet das mehr Optionen. Zugleich gibt es mehr Gründe, das eigene Spiel gezielt zu strukturieren.

Top-Story

Rollstuhl-Padel zeigt, wie Zugang wirklich entsteht

Beim Rollstuhl-Padel-Schnuppercamp des TC Schiefbahn kamen Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf den Court. Bereitgestellte Sportrollstühle machten die Perspektive und die technischen Anforderungen des Formats unmittelbar erlebbar.

Das Entscheidende ist die Verstetigung: Der TC Schiefbahn beschreibt Rollstuhl-Padel dauerhaft in seinem Padel-Angebot, erklärt die angepassten Regeln und bietet gemeinsame Sessions an. Eine Szene wächst auf diese Weise gesund, weil sie sowohl neue Courts als auch neue Zugänge zum Sport schafft.

Padel wird nicht allein durch spektakuläre Events größer, sondern durch Formate, in denen mehr Menschen wirklich mitspielen können.

Auch sportlich passt das: Übersicht, Kommunikation und das Lesen des Spiels sind zentrale Padel-Fähigkeiten. Sie machen den Sport für inklusive Formate besonders interessant. Gleichzeitig erinnern sie jeden Clubspieler daran, dass Lösungen oft wichtiger sind als rohe Geschwindigkeit.

Tour in 90 Sekunden

Málaga ist entschieden, Pretoria öffnet einen neuen Markt

Herren-Finale Málaga
Coello / Tapia
Lebrón / Augsburger
6:2 · 6:2
Damen-Finale Málaga
Triay / Brea
Josemaría / González
7:5 · 3:6 · 7:6

Gemma Triay und Delfi Brea gewannen das Damenfinale in drei Sätzen. Arturo Coello und Agustín Tapia holten mit ihrem klaren Sieg laut FIP den fünften Titel in Serie. Die FIP dokumentiert beide unterschiedlichen Wege zum Titel.

Nun läuft Pretoria P1 bis 2. August. Es ist das erste Premier-Padel-Event auf südafrikanischem Boden. Danach folgt London P1 vom 3. bis 9. August. Neue Paarungen wie Claudia Fernández und Martina Calvo erhöhen zusätzlich die Spannung.

News-Häppchen

Vier Signale für die nächste Entwicklungsstufe

01

Der FIP-Kalender 2027 entsteht jetzt. Nationale Verbände können bis 15. September bevorzugt Bewerbungen für CUPRA FIP Tour, FIP Promises und FIP Beyond einreichen. Mehr internationale DACH-Events beginnen deshalb nicht mit einem Draw, sondern mit dieser Bewerbungsphase.

02

Österreich stärkt den Senior-Bereich. Am 1. und 2. August stehen in St. Pölten nationale Seniors-Meisterschaften in mehreren Altersklassen auf fünf Outdoor-Courts an.

03

Der Münchner Flughafen wird wirklich bespielbar. Bei den Padel Days vom 15. August bis 6. September stehen drei Courts neben dem Eventprogramm auch für Book & Play bereit.

04

Padel sucht ikonische Bühnen. An der Sydney Opera House Promenade ist Mitte August ein temporärer Court für Showmatches, Community-Sessions und Amateurfinals angekündigt. Damit setzt das Projekt ein internationales Signal für Padel als Sport- und Kulturformat.

Zahl der Woche

1.175 Indoor-Courts machen Padel wetterfest

So viele Indoor-Courts listet PadelCompass aktuell in Deutschland. Insgesamt erfasst die Plattform 619 Anlagen mit 2.008 Courts, ergänzt um 833 Outdoor-Courts. Die Halleninfrastruktur ist damit ein handfester Qualitätsfaktor für Spieler, die Hitze, Regen und Arbeitszeiten um ihren Spielplan organisieren müssen.

Wie sich das Angebot verteilt, zeigen Dir die Platzsuche und der Padel-Atlas.

Wissenschaft der Woche

Augenschutz ist kein exotisches Randthema

Aiello et al. (2026) befragten 583 aktive Spielerinnen und Spieler. 10,3 Prozent berichteten mindestens eine Augenverletzung; bei 92 Prozent der Verletzten war Ballkontakt die Ursache.

In der Studie in der Fachzeitschrift Eye beschrieben 25 Prozent der Betroffenen längerfristige Einbußen der Lebensqualität, 15 Prozent Einschränkungen der Sehqualität und sechs Personen eine Augenoperation. Am höchsten war das gemeldete Risiko bei vier bis sechs Matches pro Woche. Gleichzeitig befürworteten nur 9,6 Prozent Schutzbrillen klar.

Dein Praxispunkt: Wenn Du häufig spielst, dicht am Netz verteidigst oder regelmäßig in schnellen Hallenmatches stehst, ist geeigneter Augenschutz eine nüchterne Präventionsentscheidung. Die Studie ist eine freiwillige, selbstberichtete Querschnittsbefragung und zeigt Zusammenhänge. Sie liefert keine klinisch bestätigte Verletzungsrate für alle Padelspieler.

Regel, Community & Training

Mehr Zeit nutzen, weniger Tempo erzwingen

Regel-Ecke
Zweimal aufspringen

Im Rollstuhl-Padel darf der Ball zweimal aufspringen, bevor er zurückgespielt wird. Der Rollstuhl zählt als Teil des Körpers. Weder Spieler noch Rollstuhl dürfen das Netz berühren, und das Gesäß muss beim Schlag Kontakt mit dem Sitz behalten.

In der Community tauchte zuletzt eine typische Clubfrage auf: Was hilft gegen Gegner, die hinten bleiben und jeden Ball hart spielen? Die vernünftige Antwort lautet nicht: noch härter zurückschlagen. Blocke, kontrolliere die Höhe, nutze die Rückwand und lasse die Gegner seitlich arbeiten.

Probier diese Woche: Auf den ersten neutralen Ball nach dem Return spielst Du keinen Winner. Spiele tief durch die Mitte oder auf die Füße, gehe kontrolliert nach vorn und suche erst beim zweiten oder dritten Ball Druck. Für einen Vereinsabend kannst Du diese Aufgabe direkt in einem Americano aus dem Turnierplaner testen.

Termine DACH & Tour

Die nächsten Anker im Kalender

  • 30.–31.07. · Offene Bewerbe über die Austrian Padel Union
  • bis 02.08. · Pretoria Premier Padel P1
  • 01.–02.08. · Österreichische Seniors-Meisterschaften in St. Pölten
  • 03.–09.08. · London Premier Padel P1
  • 15.08.–06.09. · Padel Days am Flughafen München
  • 29.–30.08. · Erste Runde Swiss Tennis Padel Interclub
  • 05.–06.09. und 12.–13.09. · Weitere Swiss-Interclub-Runden
FAQ

Schnelle Antworten zur Padel-Woche

Was ist diese Woche für Hobbyspieler im DACH-Raum am wichtigsten?

Die Kombination aus wachsender Halleninfrastruktur und neuen Zugängen zum Sport: 1.175 Indoor-Courts machen Spielen planbarer, Rollstuhl-Padel in Schiefbahn macht es inklusiver.

Welche Regel gilt im Rollstuhl-Padel?

Der Ball darf zweimal aufspringen. Der Rollstuhl zählt als Teil des Körpers; Netzberührungen und das Abheben des Gesäßes beim Schlag sind nicht erlaubt.

Was zeigt die Studie zu Augenverletzungen?

Von 583 aktiven Befragten meldeten 10,3 Prozent mindestens eine Augenverletzung. Meist war ein Balltreffer die Ursache; die Untersuchung basiert auf Selbstauskünften.

Was macht Pretoria P1 besonders?

Es ist das erste Premier-Padel-Turnier auf südafrikanischem Boden und bringt mehrere neue Paarungen erstmals gemeinsam in den Draw.

Wann wird es in der Schweiz für Teams interessant?

Der Padel-Interclub startet Ende August; weitere Runden folgen Anfang und Mitte September.

Quellen

Die wichtigsten Quellen

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Ausgabe #15 · 29. Juli 2026
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