#16Wochenbriefing6. August 2026 · 11 Min.

Deutschland hat mehr als 2.000 Padel-Courts.

Die neue Größenordnung verbessert das Angebot, aber sie löst die regionale Versorgung nicht automatisch. Dazu: Pretoria, London, DACH-Teamwettbewerbe und eine klare Entscheidung zwischen Grundlinie, Übergangszone und Netz.

Mehr Padelplätze bedeuten zunächst mehr Auswahl. Für Deinen Spielalltag sind aber andere Fragen entscheidend: Entsteht das Angebot in Deiner Nähe, kannst Du wetterunabhängig spielen und findest Du genügend passende Gegner? Die aktuellen PadelCompass-Daten zeigen erstmals mehr als 2.000 erfasste Courts in Deutschland.

Während die Infrastruktur wächst, starten in Österreich große Bundesliga-Qualifikationen und die Schweiz bereitet ihren Interclub vor. Auf dem Court geht es diese Woche um eine ebenso konkrete Frage: Bleibst Du an der Grundlinie, nutzt Du die Übergangszone mit Plan oder gehst Du konsequent ans Netz?

Top-Story der Woche

Mehr als 2.000 Courts, aber noch keine gleichmäßige Versorgung

Der aktuelle Padel-Atlas von PadelCompass erfasst mit Stand vom 4. August 2026 insgesamt 2.046 Courts an 627 Anlagen. Davon befinden sich 1.201 Courts in Hallen. Das entspricht einem Indoor-Anteil von 58,7 Prozent.

2.046
Courts in Deutschland
627
erfasste Anlagen
1.201
Indoor-Courts
58,7%
Indoor-Anteil

Mehr Indoor-Courts sorgen für planbarere Trainingswochen, stabilere Ligen und bessere Voraussetzungen für feste Gruppen. Gerade im Herbst und Winter entscheidet ein Hallenplatz häufig darüber, ob aus gelegentlichen Buchungen eine regelmäßige Spielroutine wird.

Die Verteilung bleibt dennoch ungleich. Nordrhein-Westfalen führt mit 640 Courts an 176 Anlagen. Berlin ist mit 89 Courts an 18 Anlagen die größte einzelne Padelstadt. Wachstum bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass jede Region gut versorgt ist.

Für Spieler bleiben Entfernung, Court-Auslastung, Indoor-Anteil, Preis und das vorhandene Spielniveau entscheidend. Über den PadelCompass-Platzfinder kannst Du Anlagen nach Region und Ausstattung vergleichen.

Tour in 90 Sekunden

Pretoria liefert zwei Finals bis in den dritten Tiebreak

Herrenfinale
Galán / Chingotto
Leal / Guerrero
6:2 · 5:7 · 7:6
Damenfinale
Triay / Brea
Fernández / Calvo
6:2 · 6:7 · 7:6

Alejandro Galán und Federico Chingotto holten ihren sechsten Saisontitel. Gemma Triay und Delfi Brea gewannen zum fünften Mal in dieser Saison. Im Herren-Halbfinale hatten Javi Leal und Fran Guerrero zuvor Coello und Tapia mit 7:5 und 7:5 geschlagen. Damit endete deren Serie nach 26 aufeinanderfolgenden Finalteilnahmen.

Beim ersten London P1 steht am 6. August das Achtelfinale an. Die Viertelfinals folgen am Freitag, die Endspiele am Sonntag, 9. August. Danach beginnt die längere Premier-Padel-Pause vor Madrid.

Deutschland, Österreich & Schweiz

Teamformate schaffen garantierte Matchpraxis

01

Österreich testet ein Format mit viel Spielzeit. Am 8. und 9. August treten 30 Mannschaften in sechs Fünfergruppen zur Qualifikation für die zweite Herren-Bundesliga an. Jedes Team erhält vier Begegnungen. Die besten zwölf Mannschaften erreichen das Finalturnier.

02

Der Schweizer Padel-Interclub rückt näher. Die erste Runde findet am 29. und 30. August statt. Weitere Spielwochenenden folgen am 5. und 6. September sowie am 12. und 13. September. Jede Begegnung besteht aus vier Matches mit unterschiedlichen Paaren.

03

Die German Padel Tour bleibt für Einsteiger zugänglich. Für die Teilnahme werden weder eine Vereinsmitgliedschaft noch eine spezielle Lizenz benötigt. GPT 100 und GPT 250 richten sich ausdrücklich auch an Freizeitspieler.

04

Der nächste deutsche Nachwuchstermin ist offen. Am 23. August findet beim TC Blau-Weiß Wanne-Eickel ein weiterer Stopp der MyPadel NextGen Tour statt. Die Serie verbindet Nachwuchsturniere mit Sichtung und Trainingsimpulsen.

Zahl der Woche

58,7 Prozent der deutschen Courts liegen in Hallen

Von 2.046 erfassten deutschen Courts liegen 1.201 in Hallen. Diese Quote ist für die Entwicklung des Sports besonders wichtig, weil sie ganzjähriges Training, verlässliche Ligen und planbare Turnierkalender ermöglicht.

Eine hohe bundesweite Indoor-Quote hilft wenig, wenn der nächste Hallencourt 60 Kilometer entfernt oder dauerhaft ausgebucht ist.

Im Padel-Atlas kannst Du deshalb nicht nur die Gesamtzahlen, sondern auch Bundesländer, Städte, Court-Dichte und regionale Versorgung vergleichen.

Wissenschaft der Woche

Der Treffpunkt auf dem Court verändert die Aufgabe

Ampuero, Fuentes-García und Baiget (2025) werteten 10.321 Schläge aus acht Premier-Padel-Matches aus. Sie unterschieden Grundlinie, Übergangszone und Netzbereich.

An der Grundlinie dominierten Vorhand, Rückhand und Lob. In der Übergangszone wurden besonders viele Überkopfschläge ausgeführt. Am Netz war der Volley der häufigste Schlag. Dort traten sämtliche untersuchten Ergebnisse auf: weitergespielte Bälle, Winner, erzwungene Fehler und unerzwungene Fehler.

Die Studie zeigt nicht, dass eine Zone grundsätzlich gut oder schlecht ist. Jede Position verlangt andere Entscheidungen und technische Lösungen. Die Ergebnisse stammen ausschließlich von männlichen Profis und lassen sich deshalb nicht eins zu eins auf Hobbyspieler übertragen.

Dein Praxispunkt: Bleibe nicht ohne Plan zwischen Grundlinie und Netz stehen. Nutze die Übergangszone aktiv für einen kontrollierten Überkopfschlag oder bewege Dich konsequent weiter. Wenn der Ball Dich unter Zeitdruck setzt, ist der Rückzug häufig besser als ein halbherziger Volley.

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Dein Training diese Woche

Triff nach jedem Lob eine klare Zonenentscheidung

Spiele im nächsten Match einen Satz mit einer einfachen Zusatzaufgabe. Nach jedem eigenen Lob entscheidet Ihr laut und sofort: „vor“ oder „zurück“.

Bei „vor“ bewegen sich beide Spieler gemeinsam über die Aufschlaglinie und schließen Richtung Netz auf. Bei „zurück“ bleiben beide hinter der Linie oder gehen kontrolliert zur Grundposition zurück. Vermeidet, dass ein Spieler vorne und der andere in der Übergangszone stehen bleibt.

Zählt nach jedem Spiel, wie viele Punkte Ihr verloren habt, während mindestens einer von Euch ohne klare Aufgabe in der Court-Mitte stand. Das Ziel für den ersten Satz sind höchstens drei solcher Situationen.

Die Übung verbessert Abstand, Kommunikation und gemeinsame Netzbewegung. Weitere Grundlagen findest Du im Bereich Padel lernen.

Termine DACH & Tour

Die nächsten Anker im Kalender

  • 8. und 9. August · Qualifikation zur zweiten österreichischen Herren-Bundesliga in The Dome Stadlau
  • 9. August · Finals beim London Premier Padel P1
  • 23. August · MyPadel NextGen beim TC Blau-Weiß Wanne-Eickel
  • 28. bis 30. August · CERTINA German Padel Tour 1000 in Hamburg
  • 29. und 30. August · Erste Runde des Swiss Tennis Padel Interclub
  • Anfang September · Nächster großer Premier-Padel-Stopp in Madrid

Eigene Spieltage für Deine Gruppe kannst Du mit dem PadelCompass-Turnierplaner organisieren.

FAQ

Schnelle Antworten zur Padel-Woche

Wie viele Padel-Courts gibt es aktuell in Deutschland?

Der PadelCompass-Datenbestand umfasste am 4. August 2026 insgesamt 2.046 Courts an 627 Anlagen. Die Zahlen werden fortlaufend aktualisiert.

Warum ist die Übergangszone beim Padel so anspruchsvoll?

Du hast dort häufig weniger Reaktionszeit, ohne bereits eine optimale Volleyposition erreicht zu haben. Entscheidend ist, ob Du die Zone mit einem konkreten Schlagplan nutzt oder dort lediglich stehen bleibst.

Brauche ich für die German Padel Tour eine Lizenz?

Nein. Laut MyPadel benötigst Du weder eine besondere Padel-Lizenz noch eine Vereinsmitgliedschaft. Prüfe trotzdem immer die jeweilige Ausschreibung.

Wer hat das Pretoria Premier Padel P1 gewonnen?

Bei den Herren gewannen Galán und Chingotto. Bei den Damen setzten sich Triay und Brea durch. Beide Finals gingen über drei Sätze.

Wann beginnen die nächsten Teamwettbewerbe im DACH-Raum?

In Österreich startet die Qualifikation zur zweiten Herren-Bundesliga am 8. August. Der Schweizer Padel-Interclub beginnt am 29. und 30. August.

Quellen

Die wichtigsten Quellen

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