Heimspiel für Padel.
Deutsche Wildcards in Düsseldorf, neue Sieger in Rotterdam und Nagoya. Dazu: Was bei Deinem nächsten Schlägertest wirklich zählt.
Ein spektakulärer Smash ist schnell gespeichert. Die wichtigere Frage beim Zuschauen lautet: Was davon hilft Deinem eigenen Spiel? Diese Woche kommt die Weltspitze nach Düsseldorf, deutsche Wildcards bekommen ihre Bühne und der Nachwuchs liefert in Paderborn Ergebnisse. Dazu fallen die ersten Padel-Goldmedaillen bei den Asienspielen. Für Deinen Clubabend schauen wir auf etwas, das weniger auffällt als ein Winner: Wie beurteilst Du einen Schläger, ohne Dich von einem einzigen guten Treffer oder einem bekannten Namen blenden zu lassen?
Düsseldorf wird zum deutschen Heimspiel
Am 7. Oktober stehen drei Partien mit deutschen Wildcards am Ende des Centre-Court-Programms. Laut FIP-Tagesbericht beginnt dieser Block um 16 Uhr mit Agustín Reca und Víctor Tur Checa gegen José Solano Marmolejo und Ramiro Pereyra. Danach folgen Lena Plümer und Katharina Hering gegen Araceli und Lucía Martínez sowie Matthias Wunner und Johannes Lindmeyer gegen Javi Martínez und Luis Hernández.
Das ist der konkrete neue Stand nach den Wildcard-Ankündigungen: Gegner, Reihenfolge und ein gemeinsamer deutscher Nachmittag. Grundlage ist die FIP-Tagesvorschau vom 7. Oktober, nicht ein Ergebnisbericht dieser Partien. Das offizielle Turnierprofil führt das Hauptfeld vom 6. bis 11. Oktober, die Qualifikation begann bereits am 4. Oktober.
Für Zuschauer lohnt sich ein anderer Blick als der auf die schnellsten Bälle. Such Dir ein Paar aus und beobachte einen ganzen Aufschlagdurchgang. Wo steht es nach dem eigenen Aufschlag? Wann bleibt es hinten? Welcher Ball bringt beide nach vorn? So wird aus dem Heimturnier auch Anschauungsunterricht.
Übernimm eine Entscheidung, nicht gleich die komplette Ausrüstung. Ein guter Schlag entsteht nicht allein aus dem Modell in der Hand. Unser Schwerpunkt dieser Woche hilft Dir, beim nächsten Materialtest Deine eigenen Anforderungen von der Begeisterung für die Profis zu trennen.
Rotterdam bestätigt zwei starke Paare
Herren: Arturo Coello und Agustín Tapia gewinnen am 4. Oktober gegen Franco Stupaczuk und Jon Sanz 6:3, 6:2. Ihr zehnter Titel 2026.
Damen: Ariana Sánchez und Andrea Ustero schlagen Paula Josemaría und Bea González 6:4, 6:4. Nach Paris folgt der zweite Titel in Serie, insgesamt der vierte der Saison. FIP-Finalbericht.
Düsseldorf: Álvaro Montiel und Dani Santigosa rücken trotz Qualifikationsniederlage ins Hauptfeld und erreichen durch ein 7:5, 7:6 gegen Bergamini/Bautista das Achtelfinale. FIP-Bericht zum Auftakt. Danach folgt Mailand vom 12. bis 18. Oktober. Tourkalender.
Drei Meldungen abseits der Centre-Court-Kamera
Paderborn bringt deutschen Nachwuchs aufs Podium
Lenn Stroehl und Luis Bengsch gewinnen die U16-Konkurrenz beim FIP Promises Paderborn. In der U18 setzen sich Dominik Durlin und Paul Boyke Richter durch. Den U14-Titel holen Santiago Costantini und Vitto Benvenutto. Die Siegerliste zeigt, dass die deutsche Turnierwoche nicht nur aus Premier Padel besteht. Für Nachwuchsspieler sind solche altersbezogenen Wettbewerbe eine eigene internationale Bühne. FIP-Siegerliste vom 6. Oktober.
Fünf Workshops für die Arbeit hinter dem Spielbetrieb
Parallel zum Germany P2 bietet der DPV am 7. und 8. Oktober fünf Workshops für Standorte an. Themen sind unter anderem junges Engagement, das Verbandsportal und die Organisation von Turnieren. Für Clubspieler steckt der Wert im Alltag: Jemand muss Spielangebote und Wettbewerbe verlässlich auf die Beine stellen. Die Einladung richtet sich an Standorte, nicht an ein offenes Spielertraining. DPV-Mitteilung vom 6. Oktober.
Japan und Katar gewinnen das erste Gold in Nagoya
Japan gewinnt Gold bei den Damen, Katar bei den Herren. Kae Tokumoto und Saki Tsukamoto schlagen Indonesiens Fitriani Sabatini und Fadona Kusumawati 6:3, 6:4. Katar gewinnt das Herrenfinale gegen Malaysias Aidan Yunus und Christian Chin 6:3, 6:1. Nach dem Turnierstart der Vorwoche liegen nun die Finalergebnisse vom 3. Oktober vor. Es sind Asienspiele, keine Olympischen Spiele. FIP-Finalbericht aus Nagoya.
600 Punkte für einen P2-Titel
So viele Ranglistenpunkte erhalten die Sieger in Rotterdam laut FIP-Finalbericht. Der Wert hilft, Turnierergebnisse einzuordnen: Ein Titel ist sportlich immer ein Erfolg, aber nicht jede Turnierkategorie liefert dieselbe Punktzahl. 600 Punkte sind weder 600 gewonnene Ballwechsel noch eine Aussage darüber, wie gut ein einzelner Schlag war.
Für Deinen eigenen Fortschritt ist die Rangliste deshalb ein schlechtes Vorbild als Trainingstagebuch. Notiere lieber eine wiederkehrende Spielsituation, die besser funktioniert. Bei einem Schlägertest kann das ganz konkret heißen: Bekomme ich den kontrollierten Return wiederholt in meine geplante Richtung?
Was die Schlägerforschung wirklich hergibt
Rund, Tropfen oder Diamant: Die Etiketten klingen eindeutiger als die Forschung. Nicola Marotta und Kollegen sichteten für eine 2025 in Minerva Orthopedics veröffentlichte Übersicht die Literatur bis Februar 2025. Aus 975 gefundenen Datensätzen nahmen sie sechs Studien auf. Untersucht wurden unter anderem Bauweise, Treffpunkt und Händigkeit.
Der entscheidende Befund ist die Grenze der Aussagekraft: Die Arbeiten unterscheiden sich stark. Daraus lässt sich kein belastbarer allgemeiner Sieger unter den Schlägertypen ableiten. Auch den optimalen Treffpunkt kann man nicht einfach aus einer Formbezeichnung ablesen. Die Arbeit ist keine neue Studie vom Oktober, sondern Grundlagenwissen für die Materialfrage dieser Woche. DOI 10.23736/S2784-8469.25.04597-3; der Abstract ist im Universitätsarchiv frei lesbar.
Was Du daraus mitnehmen kannst: Nutze Form und technische Angaben zur Vorauswahl, aber beurteile ein konkretes Modell mit wiederholbaren Schlägen auf dem Court. Die Übersicht beweist weder, dass alle Schläger gleich sind, noch dass ein bestimmter Typ für alle Einsteiger am besten ist.
Teste den schwierigen Ball, nicht nur Deinen Lieblingsschlag
Ein neuer Schläger fühlt sich nach drei sauberen Volleys großartig an. Nur beantwortet das noch nicht die Frage, ob er zu Deinem Match passt. Vielleicht klappt Dein Lieblingsschlag ohnehin mit fast jedem Modell. Interessanter sind die Bälle, bei denen Du im Spiel regelmäßig Kontrolle verlierst.
Definiere vor dem Test eine Aufgabe. Zum Beispiel: „Ich will einen flachen Return kontrolliert lang spielen können.“ Das ist überprüfbarer als „Ich brauche mehr Kontrolle“. Wähle eine großzügige Zielzone, die Du mit Deinem bisherigen Schläger grundsätzlich erreichen kannst. Ändere beim Vergleichen nicht gleichzeitig Balltempo und Schlagidee.
Spiele zuerst mit Deinem vertrauten Modell, dann mit dem Kandidaten und anschließend noch einmal mit Deinem eigenen. Dieser Rückvergleich hilft Dir einzuschätzen, ob der erste Eindruck bleibt. Nutze denselben Partner, dieselben Bälle und ähnliche Zuspiele. Ein lockerer Test ist kein Laborversuch, kann aber trotzdem sorgfältiger sein als ein paar spontane Schläge.
Achte nicht nur auf Treffer in der Zielzone. Musst Du bei normalen Bällen ungewohnt hektisch ausholen? Kommt der Schläger für Deinen Rhythmus rechtzeitig in Position? Fühlt sich der Griff sicher an? Notiere solche Beobachtungen in eigenen Worten. Ein einzelner Winner ist kein Kaufargument, ein einzelner Fehler noch kein Gegenbeweis.
Für die Vorauswahl erklärt unser Ratgeber zur Schlägerwahl die wichtigsten Begriffe. Die Entscheidung darf trotzdem offenbleiben: Wenn kein klarer Vorteil erkennbar ist, musst Du nichts ersetzen. Das hier ist ein redaktioneller Testvorschlag und kein wissenschaftlich validiertes Bewertungsverfahren.
Warum 365 Gramm nicht die ganze Geschichte sind
Das Gewicht sagt, wie schwer ein Schläger insgesamt ist. Es sagt noch nicht vollständig, wie leicht er sich beschleunigen oder drehen lässt. Eine Untersuchung von Carlos Blanes und Kollegen in Sensors (2022) vermisst bei 137 Padelschlägern Masse, Schwerpunkt und Trägheitsmomente. Letztere beschreiben den Widerstand gegen eine Drehbeschleunigung.
Die Messungen unterscheiden mehrere Drehachsen. Handlichkeit beim Schwung und Widerstand gegen Verdrehen sind deshalb nicht dasselbe. Der vorgeschlagene Handlichkeitsindex wurde ergänzend mit 50 Nutzern verglichen. Das macht daraus noch keine Vorhersage für Matchsiege oder einen individuellen Verletzungsschutz. DOI 10.3390/s22239266.
Interessant für Dich, wenn Du häufig zu spät am Ball bist oder zwischen ähnlich schweren Modellen schwankst. Teste die Bewegung, nicht nur die Zahl auf dem Etikett. Behalte beim Vergleich auch den Aufbau mit Griffband und Schutzband im Blick. In unserem Schlägervergleich kannst Du die Angaben nebeneinanderlegen; er ersetzt keine eigene Spielprobe.
Nach jedem Fehlschlag etwas anderes verändern
Erst wechselst Du den Schläger, dann greifst Du höher, schlägst härter und zielst näher an die Linie. Danach ist unklar, was den Ball überhaupt verändert hat. Genau das passiert bei Materialtests schnell: Aus Neugier wird ein kleines Durcheinander.
Lass eine Aufgabe für einen ganzen kurzen Durchgang gleich. Wenn ein Zuspiel deutlich anders ankommt, nimm diesen Ball nicht als Beweis für oder gegen das Modell. Nach dem Durchgang entscheidest Du, was Du als Nächstes prüfen willst. Wenn Du eine neue Technik ausprobieren möchtest, mach das in einem eigenen Trainingsblock. So trennst Du zwei Fragen: „Wie spiele ich diesen Ball?“ und „Wie fühlt sich dieser Schläger dabei an?“
Drei Durchgänge mit derselben Aufgabe
Probier diese Woche: Nach dem normalen Einspielen spielt Dir Dein Partner zwölf kontrollierte Bälle auf die Vorhand. Deine Aufgabe: in eine gemeinsam festgelegte, großzügige Zone zurückspielen. Kein maximaler Druck, keine Linienjagd. Danach tauscht Ihr die Rollen.
Wiederhole Deinen Durchgang mit einem Testschläger und danach mit Deinem eigenen. Falls keiner verfügbar ist, bleib bei Deinem Modell und nutze die drei Durchgänge als Konstanzübung. Notiert jeweils Zieltreffer und einen kurzen Eindruck zur Handhabung.
Bewertet nicht nur die höchste Trefferzahl. War das Zuspiel vergleichbar? Blieb die Bewegung ruhig? Würdest Du den Eindruck an einem zweiten Tag noch einmal überprüfen? Die 36 Bälle sind ein strukturierter Einstieg, kein verlässlicher Leistungstest. Bei ungewohntem Unbehagen oder Schmerzen brichst Du ab, statt den Vergleich zu erzwingen.
Was jetzt in Deinen Kalender passt
Düsseldorf, bis 11. Oktober: Am 8. Oktober Achtelfinale, am 9. Viertelfinale, am 10. Halbfinale und am 11. Finaltag des Germany P2. Offizieller Zeitplan und aktuelle Auslosungen.
Zürcher Oberland, 9. Oktober: Der Padel Sports Club kündigt ein Americano ab 17:30 Uhr an. Veranstalterkalender mit Anmeldung. Prüfe dort Spielstärke, Teilnahmebedingungen und Verfügbarkeit.
Innsbruck, 10. Oktober: Padelbase Cup, offener Advanced-Bewerb von 10 bis 15 Uhr. Kalender des Tiroler Padel Verbands. Die Einstufung ist Teil der Ausschreibung, keine Empfehlung für komplette Anfänger.
Österreich, vormerken für 24. bis 26. Oktober: Finalturnier der Bundesliga. Die APU-Übersicht verlinkt Tabellen und Detailspielpläne. International folgt nach Düsseldorf Mailand vom 12. bis 18. Oktober.
Für Eure eigene Clubrunde hilft der Turnierplaner. Er meldet Euch nicht bei diesen Veranstaltungen an. Uhrzeiten, freie Plätze und Bedingungen bitte vor der Anreise beim Veranstalter prüfen.
Fünf Fragen für Deinen nächsten Schlägertest
Was ist am 7. Oktober in Düsseldorf besonders?
Im angekündigten Centre-Court-Programm folgen ab 16 Uhr drei Partien mit deutschen Wildcards: Reca/Tur Checa, Plümer/Hering sowie Wunner/Lindmeyer. Die Reihenfolge und Gegner stehen im FIP-Tagesbericht. Spielbeginn und Ablauf können sich verschieben; entscheidend ist der aktuelle Veranstalterplan.
Ist ein leichterer Schläger automatisch handlicher?
Die Grammzahl allein beantwortet das nicht. Auch die Verteilung der Masse beeinflusst, wie sich ein Schläger bewegen lässt. Vergleiche deshalb ähnliche Spielsituationen und den kompletten Aufbau mit Griffband und Zubehör. Ein Etikett ersetzt nicht das Gefühl beim kontrollierten Schlag.
Muss ich für den Test einen neuen Schläger kaufen?
Nein. Wenn Du ein geeignetes Testmodell leihen kannst, lässt sich ein Vergleich machen. Ohne zweiten Schläger funktioniert die Übung als Konstanztraining. Ein Wechsel ist kein Pflichtschritt, und aus einer unklaren Spielprobe ergibt sich kein guter Kaufgrund.
Reichen 36 Bälle für eine sichere Kaufentscheidung?
Nein. Sie machen einen ersten Eindruck strukturierter, beweisen aber keinen dauerhaften Vorteil. Zuspiel, Eingewöhnung und Tagesform können das Ergebnis beeinflussen. Wiederhole einen interessanten Vergleich an einem anderen Tag und beziehe auch die Spielsituationen ein, die Dir im Match häufig Schwierigkeiten machen.
Sollte ich das Modell meines Lieblingsprofis nehmen?
Nicht allein wegen des Namens. Deine Spielweise, Dein Rhythmus und Deine Erfahrung können sich deutlich unterscheiden. Notiere zuerst, welche konkrete Aufgabe Dein Schläger erleichtern soll, und prüfe genau diese Aufgabe. Gute Profischläge sind eine Einladung zum Beobachten, kein persönliches Materialgutachten.
Zum Nachlesen
Stand: 7. Oktober 2026. Die Düsseldorf-Angaben folgen der FIP-Tagesvorschau dieses Datums; dieser Artikel ist kein Liveticker. Rotterdam, Paderborn und die Asienspiele sind abgeschlossen. Die beiden Forschungsarbeiten stammen aus 2025 und 2022; sie werden als Hintergrund eingeordnet. Der Testablauf ist eine eigene Trainingsidee, keine Kaufempfehlung. Weitere Kalenderbelege stehen direkt bei den Terminen.
Welcher Ball zeigt Dir, ob ein Schläger passt?
Der Return, die Rückhand am Glas oder der schnelle Volley? Schreib uns Deine Padel-Frage mit einer konkreten Spielsituation über unser Kontaktformular. Ausgewählte Fragen greifen wir in kommenden Ausgaben auf.
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