Deutschland startet doppelt stark.
WM-Tickets, deutsche Heimauftritte und der Faktencheck zu schnellen Reflexen. Die Woche im Padel und eine klare Ansage für Dein nächstes Match.
Zweimal 3:0 zum Start: Deutschlands Nationalteams sind gut in die WM-Qualifikation gekommen. Für Doha reicht das noch nicht, aber die Woche beginnt mit einem echten Ausrufezeichen. Dazu stehen neue Details zu den deutschen Auftritten in Düsseldorf fest, und die Senioren-WM hat ihre Sieger gefunden. Für Deinen eigenen Courtbesuch prüfen wir diesmal einen verführerisch einfachen Gedanken: Ist der mit den schnellsten Reflexen automatisch der bessere Padelspieler? Eine Studie liefert dazu einen überraschend nüchternen Befund. Und im Training geht es um ein Wort, das manchen hektischen Rettungsschlag überflüssig macht.
Zwei Auftaktsiege, noch kein WM-Ticket
Deutschlands Damen schlagen Ungarn 3:0, die Herren Georgien ebenfalls 3:0. So beginnt der europäische Qualifikationswettbewerb für die Padel-WM am 22. September in Madrid. Beide Teams stehen nach dem ersten Tag an der Spitze ihrer Gruppe. Das sind die bestätigten Auftaktergebnisse aus dem FIP-Tagesbericht, keine vorweggenommene Qualifikation.
Gespielt wird bis zum 26. September im Pádel G24. Anders als beim Seniorenturnier der Vorwoche geht es hier um die allgemeine Klasse und den Weg zur WM in Doha. Die Austrian Padel Union beschreibt eine Gruppenphase bis Donnerstag und anschließende Entscheidungsspiele. Wer die Gruppe gewinnt, ist also noch nicht automatisch bei der WM dabei.
Für uns macht gerade diese Zwischenstufe den Wettbewerb interessant. Zwischen einem gelungenen Auftakt und dem großen Ziel liegen weitere Begegnungen. Ein deutliches Ergebnis erzählt, wie dieser Vergleich ausging, aber noch nicht, wie gut die Mannschaft mit einem engeren Spiel umgehen wird.
Das kennst Du vielleicht aus Deinem eigenen Turnier: Nach einem klaren Sieg fühlt sich plötzlich alles leicht an. Unser praktischer Vorschlag: Besprecht danach eine Sache, die Ihr beibehalten wollt, und eine, auf die Ihr im nächsten Match achten müsst. Keine komplette taktische Neuerfindung, aber auch kein automatisches „Läuft doch“. Ein guter Start ist ein Vorteil, kein fertiger Spielplan.
Diese Woche Lyon, danach Rotterdam
Auf der internationalen Tour läuft das FIP Platinum Lyon vom 21. bis 27. September. Der nächste Premier-Padel-Stopp ist Rotterdam vom 28. September bis 4. Oktober. Im FIP-Ranking vom 21. September führen bei den Herren weiterhin Arturo Coello und Agustín Tapia, bei den Damen Gemma Triay und Delfina Brea. Offizieller Kalender und Weltranglistenstand.
Ein neuer Turniersieger wird hier nicht vorweggenommen. Das Ergebnis des Paris Major stand bereits in der letzten Ausgabe; diese Woche richtet sich der Blick auf die laufenden Wettbewerbe.
Heimauftritte und neue Ergebnisse
Düsseldorf: Diese deutschen Duos bekommen ihre Chance
Die Veranstalter haben am 21. September die Wildcards veröffentlicht: Katharina Hering/Lena Plümer stehen im Damenhauptfeld, Matthias Wunner/Johannes Lindmeyer im Herrenhauptfeld. Für die Herrenqualifikation sind Nick Merten/Christian Böhnke und Jonas Trümpler/Benjamin Fitzon genannt. Wer deutsche Spieler sehen möchte, sollte deshalb auch auf die Qualifikation achten. Nach Veranstalterangaben beginnt sie am 4. Oktober. Die Meldung nennt außerdem Agustin Reca/Victor Checa für das Herrenhauptfeld. Offizielle Veranstaltermitteilung.
Madrid: Unterschiedlicher Start für Österreich und die Schweiz
Österreichs Herren unterlagen Großbritannien zum Auftakt 0:3. Die Schweizer Damen gewannen dagegen ihren Vergleich mit Litauen; Rey/Rey Guenat holten den entscheidenden Punkt im dritten Match. Für Österreichs Damen war am 23. September die Partie gegen Tschechien angesetzt. Ein Ergebnis dieser Partie nehmen wir nicht vorweg. Auch hier gilt: Der erste Gruppentag ist eine Zwischenbilanz, keine Abschlusstabelle. FIP-Bericht vom 22. September.
Senioren-WM: Österreichs Damen beenden ihr Debüt auf Rang 17
Aus der Vorschau ist nun eine Endplatzierung geworden: Österreichs Damen erreichen bei ihrer ersten Senioren-WM Platz 17, die Herren Platz 25. Die Damen gewannen in der Platzierungsrunde gegen Gibraltar und die Schweiz, die Herren gegen die Ukraine und Japan. Das meldet die APU in ihrem Rückblick vom 22. September. Der Finalplatz in der jeweiligen Platzierungsrunde ist dabei nicht mit einem Medaillenrang zu verwechseln. APU-Rückblick.
Buenos Aires: Argentinien dreht das Finale
Die Senioren-Weltmeister stehen fest: Argentiniens Herren besiegen Spanien 3:2, nachdem sie bereits 1:2 zurücklagen. Miguel Lamperti und Cristian Gutiérrez holen den entscheidenden Punkt. Bei den Damen gewinnt Spanien 3:0 gegen die USA und damit den vierten Titel in Folge. Bronze geht an Frankreichs Herren und die niederländischen Damen. Damit schließen wir den Ergebnisfaden aus Ausgabe #22 ab. FIP-Finalbericht vom 20. September.
4 Tickets, nicht 4 Turniersiege
Zwei WM-Plätze für die Herren, zwei für die Damen: Darum geht es in der europäischen Qualifikation in Madrid. Diese vier Tickets führen zur Endrunde in Doha vom 2. bis 7. November 2026. FIP: Qualifikationsplätze und WM-Termin.
Warum sich diese Zahl lohnt: Gruppenplatz, Qualifikationsplatz und WM-Platzierung sind drei verschiedene Dinge. Wer die Ergebnisse verfolgt, sollte deshalb zuerst auf die Wettbewerbsphase schauen. Ein Team kann einen Gruppensieg feiern und trotzdem noch weitere Matches gewinnen müssen. Das ist auch beim Lesen einer Clubturnier-Ausschreibung nützlicher als nur die Größe des Teilnehmerfelds.
Schnelle Reflexe machen noch keinen besseren Spieler
Der Mythos: Wer beim Reaktionstest vorne liegt, muss auf dem Padelcourt stärker sein.
Der Befund: Bingen Marcos-Rivero und Kollegen untersuchten 60 aktive Verbandsspieler aus höheren und mittleren Leistungskategorien. Beim sensorgestützten OMART-P reagierten sie auf zehn beziehungsweise 25 Lichtsignale. Die längere Variante lieferte bei Wiederholung stabilere Ergebnisse: ICC 0,92 gegenüber 0,65. Zwischen den beiden Spielstärkegruppen fanden die Forschenden jedoch keinen statistisch signifikanten Unterschied.
Die Arbeit erschien am 19. August 2026 in Measurement in Physical Education and Exercise Science. Sie ist eine Testprüfung, keine Studie über den Erfolg eines Reaktionstrainings. Und ein fehlender Gruppenunterschied bedeutet nicht, dass Reaktionsfähigkeit unwichtig wäre. Studie, DOI: 10.1080/1091367X.2026.2720143.
Was Du daraus mitnehmen kannst: Ein reproduzierbarer Messwert ist noch kein vollständiges Urteil über Deine Spielstärke. Lass Dich von einem guten oder schlechten Reflexwert nicht vorschnell einsortieren. Entscheidend bleibt, was Du im Spiel mit Ball, Raum und Partner tatsächlich zustande bringst.
Drei Absprachen, bevor es hektisch wird
Ein Ball fliegt durch die Mitte. Beide setzen an, beide bremsen, keiner spielt. Das Problem lässt sich nicht immer mit schnelleren Händen lösen. Manchmal fehlt schlicht eine gemeinsame Absprache.
Probiert vor dem nächsten Match drei kurze Fragen: Wer übernimmt welche mittigen Bälle? Welches Wort bedeutet eindeutig „Ich spiele“? Was sagen wir, wenn sich unsere Positionen nach einem Lob verändert haben? Eine anfängliche Zuständigkeit ist eine Orientierung, kein Besitzanspruch auf jeden Ball. Wenn einer deutlich besser zum Ball steht, muss die Kommunikation zur Situation passen.
Haltet die Wörter kurz und unterschiedlich. Ein klares „Ich“ ist leichter einzuordnen als zwei gleichzeitig gerufene Namen. Sprecht früh genug, dass Dein Partner noch reagieren kann. Und nach einem Missverständnis klärt Ihr die konkrete Szene: Wer stand wo, wer hätte früher etwas sagen können? Das ist hilfreicher als „Du musst lauter sein“.
Das ist unsere praktische Empfehlung, kein aus der Reaktionsstudie abgeleitetes Erfolgsversprechen. Grundlagen für Euer Zusammenspiel findest Du auch unter Padel lernen.
Zwölf Bälle, ein klares „Ich“
Nach dem Einspielen übt Ihr zu viert mit ruhigem Tempo. Ein Paar steht hinten, das andere spielt von der gegenüberliegenden Seite kontrollierte Bälle in den mittleren Bereich. Keine harten Volleys aus kurzer Distanz.
Spielt zwölf einzelne Bälle. Das hintere Paar entscheidet jeweils früh mit einem klaren „Ich“, wer übernimmt, und spielt kontrolliert zurück. Danach startet der nächste Ball neu. Zählt nur die Missverständnisse: beide gehen hin, beide bleiben stehen oder der Ruf kommt erst beim Schlag.
Nach sechs Bällen besprecht Ihr eine unklare Situation und vereinbart genau eine Änderung. Nach zwölf tauscht Ihr die Rollen. Ziel ist keine hohe Schlaggeschwindigkeit, sondern eine verständliche Entscheidung. Bei Kollisionsgefahr brecht Ihr den Ballwechsel ab. Das ist eine redaktionelle Kommunikationsübung, kein standardisierter Reaktionstest.
Das steht am Wochenende an
26. September, Deutschland: Finaltag des Padel Champion Cup beim FC Rieden mit Halbfinals, Spiel um Platz drei und Finale. Ein Termin zum Verfolgen der laufenden Konkurrenz, nicht zum nachträglichen Einstieg: Die Anmeldung war bereits im August geschlossen. Veranstalter und Ablauf.
26. September, Österreich: Masters Final der Padel-Royale-Serie in Weer. Der Veranstalter beschreibt es als Abschluss der Circuit-Qualifikation und nennt den 19. September als Nennschluss. Teilnahmeberechtigung und etwaige Nachrückmöglichkeiten direkt klären. Offizielle Serienübersicht.
26. September, Schweiz: Der Padel Sports Club in Rüti kündigt ein Silver-Turnier ab 9:30 Uhr an. Kategorie, Anmeldung und aktuelle Verfügbarkeit bitte über die Veranstalterseite prüfen. Termin und Anmeldelink.
International: Die europäische WM-Qualifikation in Madrid endet am 26. September, das FIP Platinum Lyon am 27. September. FIP-Kalender.
Für eine eigene Runde kannst Du unseren Turnierplaner nutzen. Eine Verbandsanmeldung ersetzt er nicht. Zeiten, Bedingungen und freie Plätze können sich ändern; prüfe sie vor der Anreise nochmals.
Fünf Fragen, klare Antworten
Steht Deutschland nach den beiden 3:0-Siegen schon bei der WM?
Nein. Das waren die Ergebnisse des ersten Gruppentags am 22. September. Die Qualifikation läuft bis zum 26. September. Erst die weiteren Entscheidungen bestimmen, wer einen der beiden europäischen Startplätze pro Geschlecht erhält. Ein gelungenes Auftaktmatch ist nicht mit dem WM-Ticket gleichzusetzen.
Muss bei einem Ball durch die Mitte immer der Spieler mit der Vorhand ran?
Als Absprache kann das in manchen Situationen helfen, als starre Regel nicht. Entscheidend ist auch, wer besser zum Ball steht und in welche Richtung beide unterwegs sind. Vereinbart eine Ausgangslösung und ein eindeutiges Signal für Abweichungen. So ersetzt die Absprache nicht Euren Blick auf die tatsächliche Situation.
Wann sollte ich „Ich“ rufen?
Sobald Du die Übernahme klar entscheiden kannst, nicht erst im Treffmoment. Dein Partner braucht Zeit, seine Bewegung anzupassen. Wartet aber auch nicht beide auf den perfekten Ruf. Trainiert bei ruhigem Tempo und besprecht die unklaren Situationen anschließend kurz. Lautstärke allein löst keine unklare Zuständigkeit.
Soll ich jetzt extra einen Reaktionstrainer kaufen?
Aus der besprochenen Studie ergibt sich dafür keine Kaufempfehlung. Sie prüft ein Messverfahren, nicht den Nutzen eines Gerätekaufs für Dein Match. Kläre zuerst, was Du verbessern möchtest. Für die Kommunikationsübung dieser Woche reichen vier Spieler, ein Court, Schläger und Bälle.
Was mache ich, wenn wir trotzdem beide zum Ball gehen?
Sicherheit geht vor. Brich die Aktion ab, statt den Schlag zwischen zwei bewegten Schlägern zu erzwingen. Klärt danach den Auslöser: gleicher Ruf, zu späte Ansage oder veränderte Position? Wählt eine konkrete Korrektur und probiert sie im nächsten ruhigen Übungsball. Es geht um gemeinsames Lernen, nicht um die Schuldfrage.
Zum Nachlesen
Redaktionsstand: 23. September 2026. Die Ergebnisse aus Madrid beziehen sich auf den ersten Gruppentag am 22. September. Spätere Partien sind nicht vorweggenommen. Die Reaktionsstudie erschien am 19. August und wird hier erstmals besprochen. Die Übungen und Praxisvorschläge sind redaktionelle Empfehlungen. Weitere Belege und Veranstalterlinks stehen direkt in den Abschnitten.
Welcher Ball sorgt bei Euch für Missverständnisse?
Die Mitte, ein hoher Lob oder der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung? Schreib uns eine typische Situation aus Deiner Runde. Wir sammeln Fragen für kommende Praxisthemen.
Redaktion kontaktieren arrow_forwardDie letzten zwei Ausgaben
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Senioren-WM, Victoria Kurz in Paris und ein besserer Blick auf Deine Matchbelastung.
Ausgabe #21 · 9. SeptemberWas Du Dir von Profis wirklich abschauen kannst.
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