Mehr Padel.
Mehr Durchblick.
Der neue Weltreport, die Sieger von Düsseldorf und ein volles deutsches Finalwochenende. Dazu: Was Du vor dem nächsten Schlag wirklich siehst.
Vierzig Millionen Menschen, ein neues Siegerpaar in Düsseldorf und die Frage, wohin Du vor dem nächsten Schlag schaust: Diese Woche verbindet die große Padel-Welt mit einem sehr kleinen Moment auf Deinem Court. Der neue Weltreport liefert beeindruckende Zahlen. Wir ordnen ein, was sie aussagen und was nicht. Dazu kommen die deutschen Finals am Wochenende und eine Forschungsarbeit, die nicht die Schlaghärte misst, sondern den Blick. Unser roter Faden: genauer hinsehen, bevor Du Dich festlegst.
40 Millionen spielen. Aber nicht alle zählen gleich.
Die FIP meldet im heute veröffentlichten World Padel Report 2026 mehr als 40 Millionen aktive Spieler weltweit. Daneben nennt sie rund 1,11 Millionen registrierte Spieler. Das sind unterschiedliche Größen: Die breite Spielerschaft ist nicht mit dem organisierten, registrierten Teil gleichzusetzen. Offizielle Veröffentlichung vom 14. Oktober.
Die Methodenseite zum Report beschreibt unter anderem eine Befragung von 70 nationalen Verbänden sowie Daten aus den eigenen Aktivitäten der FIP. Es handelt sich damit um eine internationale Bestandsaufnahme mit zusammengeführten Angaben, nicht um eine weltweite Personenzählung an einem einzigen Stichtag.
Unsere Einordnung: Eine große globale Zahl beantwortet noch nicht Deine kleine lokale Frage: Findest Du am Mittwochabend drei passende Mitspieler und eine bezahlbare Stunde? Genau dort entscheidet sich, ob Wachstum für Dich spürbar wird. Weltweite Reichweite, registrierte Mitglieder und verfügbare Spielzeiten sollten deshalb nicht in einen Topf geworfen werden.
Für Deinen Clubabend ist die sinnvollere Kennzahl oft die Zahl der Menschen, mit denen Du tatsächlich regelmäßig spielen kannst. Eine Gruppe mit ähnlichem Niveau und verlässlichen Terminen hilft Dir unmittelbarer als die nächste Rekordmeldung. Wenn Ihr neue Leute aufnehmt, beschreibt Eure Spielstärke konkret: erste Ballwechsel, sicheres Rückglas oder regelmäßige Turnierpraxis. Das ist hilfreicher als ein großzügig vergebenes „fortgeschritten“.
Düsseldorf: Serienmeister und ein zweiter Triumph
Damen: Claudia Fernández und Martina Calvo gewinnen das Finale am 11. Oktober gegen Ariana Sánchez und Andrea Ustero 6:3, 6:0. Es ist ihr zweiter gemeinsamer Titel nach London und ihr erster auf P2-Ebene.
Herren: Arturo Coello und Agustín Tapia schlagen Franco Stupaczuk und Jon Sanz 6:2, 7:6. Nach Paris und Rotterdam folgt der dritte Turniersieg in Serie, insgesamt ihr elfter Titel 2026. FIP-Finalbericht.
Mailand läuft: Jimena Velasco und Raquel Eugenio überraschen am Dienstag mit einem 4:6, 6:4, 7:5 gegen die an sieben gesetzten Marina Guinart und Ale Alonso. Tagesbericht vom 13. Oktober. Die Finals sind für Sonntag angesetzt.
Drei Meldungen für den Kalender und darüber hinaus
Dortmund bündelt Finals, Nachwuchs und Clubteams
Am 17. und 18. Oktober stehen die Finals der German Padel Tour in Dortmund an. Der Samstag verbindet Amateur-Finals, NextGen-Angebot und Company Cup; am Sonntag folgen die Damen- und Herren-Finals. Für Zuschauer interessant: Unter einem Veranstaltungsdach treffen verschiedene Formen des Wettkampfs aufeinander. Zeitplan und Teilnahmebedingungen gehören vor der Anreise auf Deine Checkliste. Offizielle Veranstaltungsseite.
Hamburg erwartet rund 80 gehörlose Athleten
Die Deutschen Gehörlosen-Meisterschaften finden am 16. und 17. Oktober bei P3 in Hamburg statt. Laut Veranstaltungsankündigung sind rund 80 Athleten gemeldet, ein Rekord für die zweite Ausgabe. Gespielt werden Damen- und Herrendoppel. Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband veranstaltet die Meisterschaften, der Hamburger Gehörlosen-Sportverein richtet sie aus. Das ist eine Vorschau auf dieses Wochenende, noch kein Ergebnisbericht. Ankündigung auf mypadel.de.
Eine World League ist angekündigt, noch nicht gestartet
Bei ihrer Generalversammlung in Madrid hat die FIP eine World League für Nationalteams skizziert, die nicht am World Cup teilnehmen. Das könnte eine zusätzliche internationale Wettbewerbsstufe schaffen. Der entscheidende Zusatz: Weitere Details sollen erst folgen. Ein fertiger Spielplan oder ein bereits laufender Wettbewerb lässt sich daraus nicht ableiten. FIP-Mitteilung zur Versammlung vom 12. Oktober.
115 Mitgliedsverbände
So viele nationale Verbände umfasst die FIP nach der Aufnahme von 15 neuen Mitgliedern bei ihrer Generalversammlung in Madrid. FIP-Mitteilung. Die Zahl beschreibt die organisierte Verbandsstruktur. Sie ist weder eine Zahl von Profiteams noch eine Zählung aller Länder, in denen irgendwo Padel gespielt wird.
Warum die Unterscheidung wichtig ist: Ein Sport kann in einem Land bereits gespielt werden, bevor der nationale Verband international aufgenommen wird. Wenn Du künftig eine Wachstumsgrafik siehst, frag deshalb zuerst: Was wird hier gezählt? Spieler, Mitglieder, Courts und Verbände erzählen jeweils eine andere Geschichte.
Wohin schauen erfahrene Spieler wirklich?
Carlos Espino Palma, Vicente Luis del Campo und Diego Muñoz Marín untersuchten acht erfahrene männliche Nachwuchsspieler im Alter von 14 bis 16 Jahren. Die Teilnehmer trugen beim Spielen auf dem Court eine mobile Blickmessbrille. Beobachtet wurden Rückschläge auf Aufschläge, Volleys und Überkopfbälle. Die Arbeit erschien 2023 in Sensors, nicht erst diese Woche. Studie im Volltext · DOI: 10.3390/s23031438.
Im Mittelpunkt der gemessenen Blicke standen der Ballflug und Bereiche des gegnerischen Oberkörpers. Die Studie beschreibt also ein Zusammenspiel von Ballinformation und Bewegungsinformation. Sie liefert keinen Beleg dafür, dass Spieler dauerhaft nur den Schläger oder nur einen festen Punkt ansehen sollten.
Die Grenze: Acht junge männliche Spieler sind keine repräsentative Stichprobe aller Padelspieler. Es gab weder einen direkten Vergleich mit Anfängern noch einen Versuch, der die Wirkung eines Blicktrainings nachweist.
Was Du daraus mitnehmen kannst: Nutze die Untersuchung als Beobachtungsanlass, nicht als Augen-Rezept. Ein Blick auf die gegnerische Bewegung ersetzt nicht die Information, wohin der Ball nach dem Kontakt tatsächlich fliegt.
Antizipieren ist nicht dasselbe wie Raten
Du erwartest den Ball cross, bewegst Dich schon dorthin und wirst longline erwischt. Nach dem Punkt wirkt es wie eine zu langsame Reaktion. Vielleicht lag das Problem aber früher: Deine Entscheidung war bereits gefallen, obwohl die entscheidende Information noch fehlte.
Trenne eine Erwartung von einer Festlegung. Du darfst vermuten, was als Nächstes passiert. Interessant wird es, wenn Du diese Vermutung korrigieren musst. Frage Dich nach einem misslungenen Rückschlag nicht nur „War ich schnell genug?“, sondern auch: „Wann habe ich mich für diese Richtung entschieden?“ So beschreibst Du einen konkreten Ablauf statt pauschal schlechte Reflexe.
Ein zweiter Alltagsmoment: Du spielst einen guten Ball und verfolgst zufrieden, ob er besonders nah an der Linie landet. Dann überrascht Dich der Rückschlag. Unser Praxisvorschlag lautet: Beende die Bewertung Deines eigenen Schlages erst nach dem Ballwechsel. Währenddessen bleibt die nächste Spielsituation die Aufgabe. Du musst nicht gleichzeitig Trefferqualität, Gegnertechnik und Punktgewinn kommentieren.
Wer mit einem Partner trainiert, kann sich gegenseitig eine einfache Beobachtungsfrage stellen: War die Richtung wirklich überraschend, oder war ich bereits unterwegs? Die Antwort muss nicht nach jedem Ball kommen. Eine konkrete Szene pro Serie reicht. Mehr Aufgaben gleichzeitig machen die Übung nicht automatisch besser.
Zwölf Minuten: beobachten, spielen, besprechen
Eigene Trainingsidee der Redaktion, kein wissenschaftlich getestetes Programm. Nach dem Aufwärmen spielt Ihr zu zweit kontrolliert diagonal. Ihr bleibt zunächst hinten und haltet das Tempo so niedrig, dass mehrere Ballwechsel möglich sind. Verändert erst die Länge, nicht gleichzeitig Tempo, Richtung und Schlagart.
- Vier Minuten vertraut: Spielt gleichmäßige Bälle in eine großzügige Zielzone. Es geht um Rhythmus, nicht um Winner.
- Vier Minuten variabel: Einer variiert die Länge innerhalb der Diagonale. Der andere versucht, den Rückschlag kontrolliert im Feld zu halten. Nach zwei Minuten tauscht Ihr.
- Vier Minuten gemeinsam: Beide dürfen die Länge verändern. Stoppt nach jeweils sechs gespielten Bällen kurz: Welcher Ball hat Euch überrascht, und wann habt Ihr das bemerkt?
Wenn kaum Ballwechsel entstehen, macht die Aufgabe leichter. Notiert zum Schluss eine Beobachtung für Euer nächstes Match. Eine höhere Trefferquote an diesem Tag ist erfreulich, aber noch kein Nachweis, dass sich Eure Wahrnehmung dauerhaft verbessert hat.
Ein gutes Feedback passt in einen Satz
„Du musst besser aufpassen“ hilft Deinem Partner kaum weiter. Versuche stattdessen einen Satz, den Ihr am nächsten Ball überprüfen könnt: „Bei dem kurzen Ball warst Du schon nach hinten unterwegs.“ Oder: „Beim Return hattest Du Dich früh auf cross festgelegt.“ Beschreibe, was Du gesehen hast, und frage, wie es sich für den anderen angefühlt hat.
Einigt Euch auf einen einzigen Schwerpunkt. Wenn einer Länge übt und der andere jeden Ball als Punktchance betrachtet, trainiert Ihr aneinander vorbei. Sagt vorher, ob Ihr kooperativ spielt oder Punkte zählt. Das klingt unspektakulär, erspart aber Missverständnisse und macht aus gebuchter Courtzeit gemeinsame Übungszeit.
Für Einsteiger gehört außerdem dazu, Rückmeldungen nicht während des Schlagens hineinzurufen. Besprecht die Serie in einer Pause. Und wenn Ihr eine technische Bewegung verändern wollt, nehmt sie mit in eine qualifizierte Trainingsstunde. Eine beiläufige Beobachtung unter Mitspielern ist kein vollständiges Technik-Coaching.
Das steht jetzt an
- 16. und 17. Oktober, Hamburg: Deutsche Gehörlosen-Meisterschaften bei P3. Programm und Veranstalterangaben.
- 17. und 18. Oktober, Dortmund: GPT-Finals bei PadelCity. Samstag ab 9 Uhr Amateur-Finals, Sonntag ab 9 Uhr Damen- und Herren-Finals. Aktueller Zeitplan.
- Bis 18. Oktober, Mailand: Milano P1. Viertelfinals am Freitag, Halbfinals am Samstag, Finals am Sonntag. Offizielles Turnierprofil.
- Vormerken: 24. bis 26. Oktober, Österreich: Finalturnier der Bundesliga. Bereits angekündigt, hier als Erinnerung für Deine Planung. APU-Bundesligaübersicht.
Zeiten, Zugangsregeln und Teilnahmebedingungen bitte unmittelbar vor dem Besuch beim Veranstalter prüfen. Ein angekündigter Wettbewerb bedeutet nicht automatisch, dass noch Startplätze verfügbar sind.
Fünf Antworten für Deine nächste Runde
Was bedeutet die Zahl von 40 Millionen für Deutschland?
Zunächst nichts über die Auslastung Deines örtlichen Clubs. Die FIP nennt einen weltweiten Wert; daraus lassen sich weder deutsche Mitgliederzahlen noch freie Spielzeiten vor Ort ableiten. Für Deine nächste Buchung zählt das konkrete Angebot in Deiner Umgebung.
Soll ich jetzt nur noch auf den gegnerischen Schläger schauen?
Nein. Mach aus einem einzelnen Hinweis keine starre Blickregel. Entscheidend bleibt, den tatsächlichen Ballverlauf zu erfassen. Wenn Dich der Versuch, die Schlagbewegung zu lesen, ablenkt, vereinfache die Aufgabe und spiele zunächst mit geringerem Tempo.
Muss ich die Richtung schon vor dem Schlag erkennen?
Du musst sie nicht erraten. Eine frühe Vermutung darf sich ändern, sobald der Ball tatsächlich anders fliegt. Für den Einstieg ist es hilfreicher, anspielbereit zu bleiben, als auf Verdacht eine Seite vollständig zu öffnen.
Wie kann ich das üben, wenn wir nur zu zweit sind?
Spielt kontrollierte diagonale Ballwechsel und variiert zunächst nur die Länge. Nach jeweils sechs Bällen beschreibt Ihr einen konkreten Moment, in dem Ihr überrascht wart. Es geht um nachvollziehbare Spielsituationen, nicht um eine vermeintliche Reaktionszeit in Millisekunden.
Woran merke ich, ob die Übung etwas bringt?
Achte darauf, ob Du bei vergleichbarem Tempo seltener auf dem falschen Fuß erwischt wirst und mehr Rückschläge kontrolliert im Feld landen. Das ist eine persönliche Beobachtung, kein Wirksamkeitsnachweis. Beurteile sie über mehrere Einheiten, nicht nach einer gelungenen Serie.
Zum Nachlesen
Stand: 14. Oktober 2026. Der Weltreport ist heute veröffentlicht, Düsseldorf abgeschlossen. Mailand wird auf Grundlage des Tagesberichts vom 13. Oktober eingeordnet; dieser Beitrag ist kein Liveticker. Die deutschen Veranstaltungen stehen noch bevor. Die Blickstudie stammt aus 2023. Unsere Übungen und Beobachtungsfragen sind redaktionelle Praxisvorschläge, keine in dieser Studie geprüften Trainingsmaßnahmen. Zusätzliche Methoden- und Kalenderbelege stehen direkt im Text.
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